Silence
16 May 2007 @ 09:02 pm
Ich war gestern beim Frisör. Seit ich die Haare wieder komplett schwarz habe, lass ich sie eigentlich immer nur nachfärben und etwas nachschneiden. Von der Länge gebe ich nie viel her.
Aber gestern musste ich irgendetwas ändern. Viel zu lange sehe ich schon das gleiche im Spiegel.

Ich wollte schon immer einen Pony haben. Nicht so eine 80er Jahre Tolle... so was finde ich furchtbar. Sondern so ein dichter gerader Pony über den Augen. Das Problem ist nur, ich habe einen blöden Haarwirbel vorne, so dass sich der Poy schnell wieder aufstellt.

Egal, ich hab's trotzdem gamcht und fand es richtig witzig. Nachdem Föhnen beim Frisör, sah ich ein wenig aus wie Emily the Strange ;-) aber mir gefällt es. Endlich mal was anderes zum anschauen... wahrscheinlich ärgere ich mich in ein paar Wochen über die Arbeit, die mir diese Frisur macht, aber was soll's...

Was gibt's sonst noch... Ich bin geistig schon wieder am Wohnung einrichten. Wir haben uns letzten Montag wieder eine Wohnung angesehen.
Als die Tür zur Besichtigung aufging, bin ich erst mal erschrocken, weil uns schon der Bauschutt entgegen staubte und praktisch nichts mehr von der Wohnung übrig war.
Was nun so furchtbar aussah, wird aber wohl mal eine wunderschöne renovierte Wohnung werden. Die Größe der Zimmer ist wirklich sehr gut und das Beste: Ich brauch nur zehn Minuten zur Arbeit und in die Innenstadt.
Ich bin nun fast froh, dass wir die andere Wohnung nicht bekommen haben, aber wenn wir die auch nicht bekommen...
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Silence
25 April 2007 @ 01:51 pm
Gestern hab ich in der Straßenbahn eine witzige, sagen wir "ältere", Dame getroffen (tatsächlich war sie schon über sechzig, wie ich später erfahren habe). Kaum war ich neben ihr gesessen, hat sie schon angefangen zu reden. Man muss dazu sagen, dass ich das meistens erst mal gar nicht bemerke, weil ich immer Musik höre.

In Mannheim wird man öfters mal angequatscht, oft von älteren Frauen, die einem dann nach zehn Minuten alles über ihre ärztlichen Befunde und verstorbenen Freundinnen offen legen. Meistens finde ich das lästig. Ich bin nicht gut in solchen Small-Talk Sachen und im Mitleid heucheln schon gar nicht.

Deshalb hatte ich gestern auch so diese "nett-lächeln-und-nicken" Haltung ohne viel drauf einzugehen. Aber die Frau gestern war anders.
Als erstes hatte sie mich gefragt, ob ich meine Musik, denn nicht irgendwie lauter stellen könnte, wenn ich denn was Gutes hören würde. "So Hard-Rock Sachen. Metallica und so", meinte sie und ich muss sie erst mal dümmlich grinsend angestarrt haben. Schließlich hat sie mich gefragt, was ich denn hören würde. Red Hot Chili Peppers, war meine Antwort. "Ooooohh, toll. Da bin ich Fan von!" Ich nickte lächelnd und dachte mir: "Ja, ja, da hätte ich jetzt genauso gut irgendeinen anderen Namen nennen können." "Ach, ich hab alles CDs von denen, auch die neue", erzählte sie weiter, "die sind so herrlich ausgeflippt. Und der Anthony ist so ein toller Frontmann..." Da hab ich aufgehorcht. Das war schon mehr "Insiderwissen" als ich erwartet hatte...

Ab da hab ich sie dann wohl ernst genommen und mich ein bißchen auf das Gespräch eingelassen (soweit ich das manchmal zustande bringe). Sie war wirklich eine sehr coole ältere Frau; das muss man einfach so sagen.
Sie hat mir von ihrem Sohn erzählt, der mit ihrer Art gar nicht zurecht kommen würde (ja, man hasst immer das, was die Eltern mögen. Das ist Gesetz ;) und das sie mit den gleichaltrigen Frauen nicht viel anfangen könnte...

Als sie dann ausgestiegen war, hab ich mich wieder über mich selbst geärgert, zumindest ein bißchen. Ich bin so schrecklich mißtrauisch.
Es gibt so Menschen, die gehen immer mit einem offenen Lächeln durch die Welt und freunden sich mit jedem an, weil sie an alles und jeden positiv ran gehen.
Ich war nie so und werde es auch nie sein. Meistens stört es mich auch nicht, weil man einiges ertragen muss in so einer großen Stadt, aber manchmal würde ein wenig mehr Offenheit nicht schaden.
 
 
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Silence
20 April 2007 @ 12:36 pm
... aber irgendwie krieg ich's nicht auf die Reihe mal was drüber zu schreiben. Heute hab ich mich mal zusammengerissen.

In den letzten Wochen habe ich "The Stand" von Stephen King gelesen. Irgendwie hab ich das Buch lange links liegen lassen und dass obwohl es eines der bekanntesten und erfolgreichsten Bücher von ihm ist. Zurecht muss ich im Nachhinein sagen.

Ich muss sagen, dass ich seit fast neun Monaten ausschließlich Stephen King lese. Das ist nicht wirklich ein Zufall, aber im Sommer letztes Jahr hab ich wieder mit der dunklen Turm Serie angefangen und diese 7 Bänden haben mich erst mal beschäftigt. Danach hab ich mir vorgenommen alle Tower-related books von King zu lesen, denn da gibt es so einige.

Mein erstes war "Brennen muss Salem", Kings berühmter Horrorroman. Hat mir gut gefallen und auch der Vampir in dem Buch, Barlow, hat ordentlich was her gemacht.
Besonders interessiert hat mich natürlich Pater Callahan, der im dunklen Turm auch eine große Rolle spielt. Man merkt allersings, wieviele Jahre zwischen "Brennen muss Salem" und dem dunklen Turm liegen, denn man konnte zwar erkennen, dass es sich um den selben Charakter in beiden Büchern handelt, aber gerade in "Brennen muss Salem" war Pater Callahan noch irgendwie eindimensional.

Bei "The Stand" war das anders und gerade deshlab war das Buch auch so toll für mich.
Ein entscheidender Charakter aus dem dunklen Turm ist Randall Flagg alias Walter alias der schwarze Mann. Seine Erscheinung zieht sich durch die ganze Turm-Saga. Er verkörpert das Böse, aber er ist nicht so was wie der Teufel, nur seine rechte Hand, kann man sagen.

In "The Stand" ist Flagg auch eine der Hauptpersonen und hier war das Bild perfekt. Ich habe ihn sofort wieder erkannt. Die Klamotten, seine Art zu reden, aber vor allem das schlemische Grinsen. Dieser Bastard hat immer ein freches Grinsen auf den Lippen und verunsichert damit sein gesamtes Umfeld... schwer zu beschreiben... er ist ein großartiger Bösewicht.

Wenn man bei King Büchern den Klappentext liest, dann klingt das nie so spektakulär. Hätte ich den gleichen Text bei einem anderen Autor gelesen, dann hätte ich das Buch wahrscheinlich im Laden wieder weggelegt.
Seuche rottet die Menschheit aus.... *gähn* .... Kampf Gut gegen Böse .... *seufz* .... blablabla. Aber ich bin dann immer wieder überrascht, dass King etwas großartiges draus macht.

Gerade lese ich King's "Das Leben und das Schreiben". Eine Mischung aus Autobiographie und Anleitung zum Schreiben von Belletristik. Vor allem die biographischen Parts gefallen mir sehr gut. Er ist mir einfach sympathisch :o)
An vielen Stellen wird deutlich, dass King viele Erlebnisse in seinen Romanen verarbeitet. An vielen Stellen dachte ich: Moment, das hast du schon mal gelesen!

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Was hat es mit den keifenden Müttern auf sich, die bei King immer wieder austauchen. Es kommt mir langsam komisch vor. In vielen Büchern kommen ganz furchtbare Mütter vor, die ihren Töchtern das Leben zur Hölle machen....

   - Brennen muss Salem: Die Mutter von Susan
   - Der dunkle Turm: Die Tante von Susan (ok, ist nur ne Tante, aber der Vormund... und er hat's mit dem Namen Susan oder Susannah)
   - The Stand: Die Mutter von Franny Goldsmith (das war bisher die schlimmste Mutter. Ich hätte ihr den dürren Hals rumgedreht. King hat sie aber auch verrecken lassen ;)
 
 
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13 April 2007 @ 07:55 pm
Gestern waren mein Freund und ich uns eine Wohnung an schauen.

Mein Freund ist, seit er hier in Mannheim lebt, Mitglied einer Wohnungsgenossenschaft, was eine wirklich gute Sache ist. Die Wohnungen sind günstig, gut in Schuss und man hat kein Ärger mit dem Vermieter.

Nun hat er uns vor mehreren Wochen schon für eine neue Wohnung angemeldet und nun schickt uns die Genossenschaft Angebote zu, die wir uns ansehen können.

Auf die Wohnung gestern waren besonders gespannt, weil sie direkt in dem Wohnblock gegenüber von meinem Freund ist. Das würde den Umzug erheblich erleichtern.

Also sind wir gestern Abend rüber geschlappt und ich bin schon mißtrauisch geworden, als ein weiteres junges Pärchen mit uns ganz nach oben gelaufen ist. So kam es, das wir gleich unsere Konkurrenten begutachten konnten.
Das wäre alles nicht so schlimm, wenn die Wohnung nicht so perfekt wäre.
Sie hat zwei Balkone, einen auf der Sonnen- und einen auf der Schattenseite, ein schönes Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer, ein nagelneues Bad und eine traumhafte Küche (als die Vormieterin erzählt hat, dass sie die Küche mitverkaufen möchte, gingen bei mir alle Glocken an). Und das alles für eine Warmmiete von 430,-- EUR, was wir uns mehr als leisten können (unser Budget waren 600,-- EUR).

Mir war schnell klar, dass ich die Wohnung haben möchte, aber sicher ist leider gar nichts. Ich hab die ganze Zeit in den Gesichtern der anderen beiden zu lesen versucht und kam schließlich zu dem Schluss, dass sie genauso interessiert waren. Scheiße, die beiden waren Abziehbilder von uns beiden. Gleiches Alter, ziehen auch zum ersten Mal zusammen, bla bla... das war so klar...

Bei der Genossenschaft wird das nun so gehandhabt, dass in einer Sitzung (natürlich ohne die Interessenten) entschieden wird, wer die Wohnung bekommt. Diese Sitzung ist am Mittwoch...

Bis dahin werd ich meine Nerven verloren haben. Ich HASSE es, wenn ich keinen Einfluss auf solche Sachen habe. Irgendwelche fremden entscheiden darüber und ich kann nichts machen... das frustriert mich.

Das Schlimme und Fiese ist, dass ich all meine Frustration auf dieses Pärchen projeziere. Im Geiste hab ich ihnen schon Verwünschungen ohne Ende zukommen lassen... ;o(
Das Furchtbare ist, wenn die beiden die Wohnung bekommen, dann muss ich das auch noch jeden Tag sehen, wenn ich bei meinem Freund bin, denn von unserem Balkon kann man direkt auf die andere Wohnung sehen. Wenn ich einen von den beiden später mal auf dem Balkon MEINER Wohnung stehen sehe, dann krieg ich echt das Kotzen....

Verdammt... noch fünf Tage. Dann wissen wir wenigstens mal Bescheid. Das wird ziemlich schmerzhaft, wenn sie uns ablehnen sollten. Im Geiste richte ich die Wohnung nämlich schon ein... *seufz*
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04 April 2007 @ 06:24 pm
Tja, meine Selbstständigkeit nähert sich dem Ende und mein letzter Monat in Freiheit hat am 1. April begonnen.

Kurze Zusammenfassung: Ab dem ersten Mai bin ich wieder festangestellt und gebe meine Selbstständigkeit auf, zumindest hauptberuflich. Nebenher werde ich mein Gewerbe behalten und noch ein paar Euro dazuverdienen.

Vielleicht klinge ich etwas schwermütig, aber das täuscht. Zwar wird mir die vieeeele Zeit fehlen, zumal ich mir in den 1 1/2 Jahren meiner Selbstständigkeit viel Wissen aneignen konnte.
Ich dachte niemals, dass ich mal eine Website ohne Microsoft Front Page (alle mal herzhaft lachen, bitte) oder Dreamweaver MX hinbekommen würde, aber sieh einer an: Es funktioniert und dieses Wissen nützt mir auch in meinem Angestellten Dasein sehr. Da ich meinen Chef mit meinen beschränkten Programmier Kenntnissen unendlich beeindrucken kann und er noch mehr das Gefühl bekommt, dass er ohne mich nicht leben kann... hallo, sicherer Arbeitsplatz ;-D (aber man kann meinen Chef schon beeindrucken, wenn man in Windows ein Programm installieren kann, also Schwamm drüber...)

Ich freue mich auch wieder drauf, dass ich nach Feierabend auch wirklich frei habe und nicht im Hinterkopf alle möglichen anderen Gedanken über mein eigenes Geschäft haben muss.
Außerdem werde ich endlich das Geld haben hier auszuziehen, was wohl der größte Vorteil sein wird. Es wird einfach Zeit. Ich liebe meine Eltern aufrichtig, aber es wird einfach ZEIT....
 
 
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